Fastenzeitausstellung in der Stiftsbasilika Waldsassen von Aschermittwoch bis zur Karwoche 2026

Ab Aschermittwoch bis zur Karwoche ist das Triptychon „Gordischer Knoten-Entwicklung“ in der Stiftsbasilika im Altarraum zu sehen. Am Aschermittwoch wird als erstes Bild der „Gordische Knoten“ aufgebaut. Im Laufe der Fastenzeit kommen weitere Bilder „Entwicklung“ dazu. Dekan Dr. Thomas Vogl bezieht die Bilder in seine Fastenzeitpredigten mit ein. Die Bilder können zu den üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden.

 

Das Bild „Gordischer Knoten“ | 2017 | Acryl auf Leinwand |180 x 90 cm oder 90 x 180 cm | veranschaulicht eine auf den ersten Blick nicht lösbare Verknotung. Die Farben sind gewichen, Graunuancen bestimmen das Bild.

In den darauffolgenden Jahren hat sich das Bild zu einem Triptychon entwickelt, wobei jedes Bild einzeln hängbar ist.

Das darauffolgende Bild „Entwicklung II“ | 2021 | Acryl, Pigment, Siegellack auf Leinwand | 180 x 90 cm oder 90 x 180 cm |stellt nicht das schnelle Auflösen des Knotens mit einem Schwert dar, wie es in der griechischen Sage über König Gordios erzählt wird, sondern ein langsames Entwirren des Knotens, das auch mit Schmerzen (roter Siegellack) verbunden ist.

Das dritte Bild in der Reihe „Entwicklung III“ | 2021 | Acryl, Pigment auf Leinwand | 180 x 90 cm zeigt die Entwirrung in Form eines ordentlich aufgewickelten Knäuels. Diese Knäuel ist nicht auf grundierter, dichter Leinwand gemalt, sondern ist leichter. Die Rohleinwand scheint durch, die Graufarben und die Dichte weicht. Das Knäuel strebt nach oben und erstrahlt langsam im Licht.

 

Mit diesem Triptychon möchte ich menschliche Entwicklung darstellen. Wir werden geprägt durch die Gesellschaft, die Eltern, die Familiengeschichte, besonders in der Kindheit.

Im Laufe unseres Lebens schenkt uns das Leben Möglichkeiten, Entwicklungsphasen auch Krisen um diese zu entwirren. Wir fangen an zu fragen:  Wer bin ich? Was macht mich aus? Was sind Muster, Prägungen die nicht zu mir gehören, die nicht stimmig für mich sind?

Wir können vieles durch Reflexion, Achtsamkeit, Hinschauen –fühlen entwirren. Dafür braucht es jedoch Zeit und Ruhe – das Gegenteil des schnellen Durchschlagens des Knotens.

Langsam werden wir immer mehr wir selbst, entwickeln uns, können unseren Platz in dieser Welt einnehmen und strahlen.